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Erste Hilfe am Hund

06. Juni 2016

Oft geht es schneller als gedacht: der Hund ist in eine Kabbelei geraten, in einen Dorn getreten oder hat beim Spaziergang ein paar Zecken eingesammelt. Folgen sind kleinere offene Stellen, die ohne eine angemessene Versorgung schnell unangenehm für den Vierbeiner werden können. Wie und womit man seinem Hund helfen kann und wann der Gang zum Tierarzt zügig erfolgen sollte, erkläre ich im Folgenden.

Nun ist es also passiert. Der Hund blutet, humpelt oder ist sichtbar schwach. Da gilt als Erstes: die Ruhe bewahren. Durchatmen, sich einen Überblick verschaffen, Lösungen durchgehen. Ein kühler Kopf denkt besser und auch der Hund ist weniger gestresst, wenn man vermittelt, dass es keinen Grund zur Panik gibt.

Mein Hund blutet

Kleinere Kratzer sollten sofort desinfiziert werden. Ich benutze dafür das Silberspray von „Lila Loves It“. Mit natürlichen Inhaltsstoffen und der Sprühfunktion ist es ideal für die Erstversorgung. Deshalb achten wir stets darauf, einen Mindestbestand im Laden bereit zu stellen. Größere Kratzer oder tiefere offene Wunden müssen ebenfalls desinfiziert werden. Außerdem sollte man umgehend einen Tierarzt aufsuchen, denn es können sich noch Rückstände des Wundverursachers in der Wunde befinden, eventuell muss sie sogar genäht werden. Blutet die Wunde stark, muss ein Druckverband die Blutung stoppen. Wie beim Menschen soll beim Druckverband Druck ausgeübt werden, aber er darf nicht zu fest sein. Tatsächlich ist das Üben an Freunden oder Familienmitgliedern hilfreich, um ein Gefühl für das richtige Maß zu bekommen. An der Pfote ist dabei wichtig, dass die Zehen durch Watte getrennt werden, bevor der Verband darum gewickelt wird. Ein Schonschuh über der Pfote ist ebenfalls sinnvoll. Die Wunde sollte man nun regelmäßig pflegen. Das First Aid Serum von „Lila Loves It“ ist eine gute Lösung dafür und bei uns im Laden immer vorrätig. Blutet der Hund aus Körperöffnungen, muss SOFORT ein Tierarzt aufgesucht werden.

Mein Hund hat eventuell einen Giftköder gefressen

Es gibt sie immer wieder: kranke Menschen, die ihren Hass an Hunden auslassen und Giftköder verteilen. Von mit Nägeln, Rattengift oder Rasierklingen gespickter Wurst ist regelmäßig zu lesen. Hat der Hund etwas Unbekanntes aufgenommen, würgt er, atmet er stoßweise, speichelt er stark oder schnappt er nach Luft, blockiert wahrscheinlich etwas seine Atemwege. In diesem Fall sollte zuerst der Mundraum kontrolliert werden. An Schnüren wird auf keinen Fall gezogen. Vielleicht befindet sich an ihrem Ende nämlich ein Widerhaken, der beim Ziehen großen Schaden anrichten kann. Steckt dem Hund tatsächlich etwas im Hals, sollte man ihn verkehrt herum hochheben und schütteln oder in Seitenlage hinter den Rippen in den Bauch greifen und drücken. Hat der Hund bereits den Fremdkörper geschluckt, sollte eine Untersuchung nur vom Tierarzt vorgenommen werden. Hat er etwas Giftiges gefressen, sollte man nicht versuchen durch Milch, Öl oder Sauerkraut das Erbrechen auszulösen. Das ist nämlich nur innerhalb der ersten beiden Stunden sinnvoll und kann großen Stress beim Hund auslösen. Ein zügiges Besuchen des Tierarztes ist sinnvoll und dem Hund sollte unbedingt Wasser zur Verfügung gestellt werden. Nur beim versehentlichen Verzehr von Spülmittel sollte man auf Wasser verzichten. Sinnvoll kann hier sein, eine Kohletablette zu verabreichen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte mit seinem Hund ein Anti-Giftköder-Training absolvieren oder einen bequemen Maulkorb besorgen. Mit einem angemessenen Training lernt der Hund, selbstbewusst mit dem Korb umzugehen. Über uns kann man Maulkörbe von Bumas bestellen. Die sind perfekt auf Ihren Hund abgestimmt und können herrlich bunt individualisiert werden. Aber Achtung! Giftfallen warten nicht nur draußen. Auch Produkte des täglichen Gebrauchs wie Kaffee, Avocados, Tomaten, Kaugummi, Zahnpasta, rohe Kartoffeln, Zwiebeln oder auch diverse Zimmerpflanzen sind giftig und sollten sich nicht in Reichweite des Vierbeiners befinden.

Mein Hund wurde gestochen

Plötzliches Jaulen, Beißen, Kratzen, Hautschwellungen und starkes Speicheln können auf einen Insektenstich hinweisen. In diesem Fall sollte die Atmung gesichert werden und der Stachel, sofern einer vorhanden ist, entfernt werden. Die Einstichstelle desinfiziert man. Bei Wespenstichen kann äußerlich Fenistil dünn aufgetragen werden. Auch wenn der Stich schrecklich juckt, sollte man den Hund am kratzen oder beißen hindern und ihn beruhigen. Bei Stichen im Maul oder einem allergischen Schock sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

Mein Hund wurde gebissen

Ob vom Rüpel auf der Hundewiese oder dem Stubentiger des Nachbarn - Hunde- und Katzenbisse können sich schnell infizieren und sollten deshalb nach Entfernung der umliegenden Haare desinfiziert werden. Auch kleinere Verletzungen sollte man wegen der Infektionsgefahr im Auge behalten. Klaffende Wunden oder Verletzungen am Auge, Hals, Brustkorb, Anus oder anderen empfindlichen Stellen sollten direkt beim Tierarzt versorgt werden. Gebissen werden kann der Hund aber auch von Zecken. Diese fallen entgegen vieler Gerüchte nicht von Bäumen, verstecken sich aber im Frühjahr und Sommer gern in Büschen und hohem Gras. Deshalb sollte der Hund nach dem Spaziergang abgetastet werden. Entdeckt man eine Zecke, kann man diese mit einer Pinzette oder einem Zeckenhaken schnell entfernen. Auch Zeckenbisse können sich entzünden und sollten desinfiziert werden. Bleibt der Kopf der Zecke stecken, sollte man die Wunde einfach pflegen. In der Regel eitert er mit der Zeit heraus. Über die Sinnhaftigkeit einer Zeckenimpfung scheiden sich die Geister. Sinnvoll ist es aber sicherlich, den Hund präventiv zu schützen. Da ich von Chemie am Hund nichts halte, greife ich auf natürlichen Mittel zurück. Ich füttere kaltgepresstes Kokosöl und reibe Aarons Fell mit dem Antique Spray von „Lila Loves It“ (die können aber auch alles!) ein. Das riecht gut, pflegt das Fell und mein Hund kann wieder zeckenfrei Bälle und Frisbees durchs hohe Gras jagen.

Mein Hund hatte einen Unfall

Das ist sicher schrecklich. Dennoch gilt: die eigene Sicherheit und die anderer stehen an erster Stelle. Meinem Hund nützt es gar nichts, wenn ich neben ihm überfahren werde. Da Schmerzen Hunde unberechenbar machen, sollte man sie, wenn sie noch laufen können, anleinen. Bei Bedarf muss eine Maulschlinge angelegt werden. Nach einer sicheren Fixierung des Hundes, sollte ihm ruhig zugesprochen werden, während man einen Tierarzt verständigt oder Möglichkeiten zur Ersten Hilfe durchgeht.

Mein Hund hat sich etwas gebrochen

Zu unterscheiden sind hier geschlossene und offene Brüche. Bei beiden hat der Hund sehr große Schmerzen, weshalb man mit Abwehrreaktionen rechnen muss. Beim geschlossenen Bruch sind die Knochen logischerweise nicht zu sehen. Der Hund tritt zum Beispiel nicht mehr auf, es knirscht bei der Bewegung oder er gibt Wehlaute von sich. Hier gilt: die gebrochenen Gliedmaßen so wenig wie möglich bewegen, ruhigstellen und direkt in die nächste Tierklinik fahren. Beim offenen Bruch ragen die Knochen sichtbar durch die Haut. Wegen der hohen Infektionsgefahr sollte die Wunde möglichst steril abgedeckt werden. Ohne wundverunreinigende Watte sollte der Körper weitgehend ruhig gestellt werden. Auch hier ist ein schneller Besuch beim Tierarzt wichtig, es sollte aber auf einen schonenden Transport geachtet werden.

Mein Hund verhält sich komisch, ist matt oder wechselt häufig seine Position

Diese Symptome können auf mehrere Krankheiten oder Verletzungen hinweisen. Mattigkeit zum Beispiel kann durch Überhitzung verursacht werden. Das passiert schnell, wenn verantwortungslose Hundehalter ihre Hunde im Auto zurücklassen oder beim Sport in großer Hitze. Versucht mein Hund häufig zu erbrechen, kann das viele Ursachen haben. Zunehmend übler riechendes Erbrochenes beispielsweise kann auf einen Darmverschluss hinweisen. Auch leichte Ausbeulungen oder eine stark gespannte Bauchdecke könne durch Verletzungen verursacht werden. Allgemein sollten brechende, stark speichelnde, apathische, unregelmäßig atmende oder schwache Hunde einem Tierarzt vorgeführt werden.

Wissen ist Macht

Das Gegenteil von „gut gemacht“ ist ja bekanntlich „gut gemeint“. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, was mögliche Symptome sein könnten, welche Maßnahmen die richtigen sind und wie sie korrekt durchgeführt werden.
Wie messe ich zum Beispiel den Puls meines Hundes? Den finde ich tatsächlich nur schwer am Hals sondern am Innenschenkel. Zwischen den Muskelbäuchen kann man ihn leicht ertasten. Aber! Nicht zu fest drücken, sonst quetscht man die Vene einfach nur zu. Wenn man für fünfzehn Sekunden die Pulsschläge zählt und dann mit Vier multipliziert, erhält man die Pulsfrequenz. Rasse und Größe haben Einfluss auf die Frequenz. Je kleiner ein Hund ist, desto höher ist sie meistens. Um Pulsabweichungen erkennen zu können, sollte man den Normalwert kennen. Diesen kann man am besten daheim in ruhiger Atmosphäre ermitteln. Er sollte zwischen achtzig und hundertzwanzig Schlägen in der Minute liegen und ruhig und regelmäßig leicht unter den Fingerkuppen entlang gleiten.
Auch die Atemfrequenz kann mir den Gesundheitszustand meines Hundes aufzeigen. Dafür zählt man für dreißig Sekunden das Heben der Brustwand und multipliziert das Ergebnis mit Zwei. Normal sind fünfzehn bis dreißig Atemzüge in der Minute. Hecheln ist übriges keine Atmung im eigentlichen Sinne sondern dient dem Hund zur Regulierung der Körpertemperatur. Der Hund kombiniert Brust- und Bauchatmung. Atmet er nur aus dem Bauch oder nur aus der Brust, kann dies auf Verletzungen hinweisen. Unregelmäßige Atemzüge, starkes Luftziehen oder Maulatmung können Symptome dafür sein, das etwas nicht stimmt. Wird die Wand des Brustkorbes beim Einatmen eingezogen und beim Ausatmen angehoben, deutet das auf eine sogenannte paradoxe Atmung hin. Dies kommt häufig bei Rippenbrüchen vor. Bei Atemstillstand muss schnell erste Hilfe geleistet werden. Dafür macht man die Atemwege des Hundes frei, zieht die Zunge nach vorne, streckt Kopf und Hals, schließt das Maul und bläst Luft durch die Nasenlöcher. Dabei pustet man natürlich nicht mit voller Kraft, da der Hund ein viel kleineres Lungenvolumen hat als ein Mensch. Beim Beatmen beobachtet man den Brustkorb, lässt die Luft entweichen und wiederholt den Vorgang. Stehen Atem und Herz still, wiederbelebt man mit einer Kombination aus Mund-zu-Nase-Beatmung und Herzmassage. Nach zwei Beatmungen folgen immer zehn Herzmassagen. Für die Herzmassage legt man den Hund auf die rechte Seite und drückt hinter dem linken Ellenbogen an der seitlichen Brustwand. Bei Welpen (und Katzen) drückt man mit Zeige- und Mittelfinger leicht. Bei kleinen Hunden drückt man mit einer Hand und bei Großen mit dem rechten und linken Handballen übereinander.
Ist der Vierbeiner bewusstlos oder hat einen Kreislaufschock erlitten, legt man ihn in die rechte Seitenlage, streckt den Kopf und legt den hinteren Körperteil höher. Das Maul sollte geöffnet und auf Schleim, Erbrochenes und Fremdkörper kontrolliert werden. Ist der Untergrund kalt, sollte man den Hund mit einer Decke wärmen. Besteht ein Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung oder einen Beckenbruch, darf das Tier nicht bewegt und es muss sofort ein Tierarzt gerufen werden.
Die Schleimhaut des Hundes verrät uns ebenfalls einiges über seinen Gesundheitszustand. Hebt man die Lefzen seines Vierbeiners oder zieht die unteren Augenlider leicht nach unten, kann man sie sehen. Blasse Schleimhaut kann auf Blutarmut, bei einem Trauma auf Blutungen oder auf einen Schock hinweisen. Erhöhte Durchblutung, lokale Entzündung, starke Kreislaufbelastungen, Überhitzung oder ein septischer Schock röten die Schleimhaut stark. Verfärbt sich die Schleimhaut ins Bläuliche, können Sauerstoffmangel im Blut, Atemnot oder Vergiftungen Schuld sein. Leberschäden geben der Schleimhaut eine gelbliche Farbe. Glänzt die Schleimhaut nicht sondern ist trocken, leidet der Hund unter hohen Flüßigkeitsverlust, Kreislaufschwächen oder einem Schock
Die Körpertemperatur eines Hundes liegt bei 37,5 bis 39 Grad Celsius, wobei Welpen auch 39,5 Grad Celsius erreichen können. Bei der Kontrolle der Temperatur mit einem digitalen Fieberthermometer tut man seinem Hund einen Gefallen, wenn man das Thermometer vor dem Einführen zum Beispiel mit Vaseline gleitfähig macht.

„Habbe is’ bessä wie brauche“,

und schon Goethe wusste: „Gesundheit ist die erste Pflicht im Leben“. Damit unser bester Freund auf vier Pfoten gesund und munter bleibt, sollte man als Hundehalter einiges beachten. Eine ausgewogene und artgerechte Ernährung, ausreichend Bewegung, Beschäftigung und regelmäßige tierärztliche Kontrollen können vielen Krankheiten entgegen wirken. Regelmäßige Kontrollen sollten auch vom Hundehalter selbst durchgeführt werden. Begutachten der Ohren, Zähne, Pfoten, Augen und des Genital- und Analbereichs sowie Abtasten des Körpers in entspannter Atmosphäre gewöhnen den Hund an die Prozedur beim Tierarzt und mögliche Komplikationen können früh erkannt werden. Klar ist, dass man seinen Hund natürlich nicht auf heißem Asphalt oder Streusalz laufen oder ihn im Auto zurücklässt.
Außerdem sollte man einen auf das Tier abgestimmten Erste-Hilfe-Koffer daheim haben. Mullbinden, sterile Wundkompressen, elastische oder selbsthaftende Binden, Heftpflaster, ein sauberes Tuch, Polsterwatte, ein Pfotenschuh, eine stumpfe Schere, eine (Zecken-)Pinzette, ein digitales Fieberthermometer, Einweghandschuhe, Desinfektionsmittel und gegebenenfalls eine Maulschlaufe sollten sich darin befinden. Ich schwöre auf das Silberspray und das First Aid Serum von Lila Loves It. Beim Spielen schlägt mein Rüde mit seinen Hundekumpels gern mal über die Stränge und trägt stolz diverse Kratzer nachhause. Mit dem Serum bleiben keine Narben zurück. Das Silberspray verwende ich zur ersten Desinfektion und bei Zeckenbissen. Für unterwegs haben wir das praktisches First Aid Kit von Lila Loves It im Sortiment. Mit dem Wichtigsten ausgestattet passt es in jede Handtasche und jeden Wanderrucksack.

Kleiner Geheimtipp: In deinem Handy solltest Du unbedingt die Nummer des mobilen Tiernotdienstes gespeichert haben. Unter der 0160-8811884 ist rund um die Uhr jemand zu erreichen.


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Lena

Lena ist die helfende Hand bei Schnauz & Schnurr. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, Hunde-Bücher zu verschlingen, durchquert sie mit ihrem Malinoismix Rüden Aaron die Wälder um Frankfurt im Laufschritt.

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